Notruf : 122

Einfach zum nachdenken

Der Schulschwänzer


Der schulschwänzende Feuerwehrmann

Eine Erfahrung von Andreas Riedl, FF Achau


Es war an einem Dienstag im Jahr 2000, als wir durch die BAZ Mödling zu einem Verkehrsunfall mit Menschenrettung gerufen wurden. Ich war gerade dabei, meine Sachen für die Schule vorzubereiten, als der Pager losging. Plötzlich waren alle Gedanken an die Schule weg und ich habe binnen weniger Sekunden meinen „Beruf“ gewechselt. Ich wurde zum Feuerwehrmann. Als wir ausrückten saß ich im ersten am Einsatzort eintreffenden, Fahrzeug. Nach einigen Minuten stand es fest: Der Lenker, ein 19-jähriger junger Bursch in meinem Alter, verstarb soeben vor meinen Augen.

Nachdem wir einrückten, spielten sich in meinem Kopf Szenen ab wie sie die meisten Feuerwehrmitglieder sicher kennen: Wie wird es seinen Eltern gehen? Wie seiner Freundin? Gegen halb zehn Uhr war ich dann in der Schule. Die erste, ziemlich ironische, Frage der Lehrerin die ich in dieser Stunde hatte war: “ Und, ist der Bus entgleist oder hat die S- Bahn einen Platten gehabt!?“

Ich antwortete: “Frau Professor, ich war auf einem Feuerwehreinsatz!“ Worauf Sie nur meinte, dass ich nicht schon am Morgen saufen sollte. Nach einigen Minuten konnte ich ihr schildern, was genau passiert war. Ihr Schlusskommentar:“ Lieber Andreas, Erfahrungen für dass Leben macht man nur in der Schule, alles andere ist unwichtig!“ Als Draufgabe regnete es noch eine Klassenbucheintragung und eine Verwarnung durch den Klassenvorstand. Angeblich wegen unerlaubtem Schule schwänzen.

Ich setzte mich wieder hin und dachte nach. Über die Feuerwehr, die Lehrer und darüber, ob man in der Schule wirklich für das Leben lernt. Lehrer erzählen einem sehr viel. Doch ich glaube keiner von ihnen weiß wirklich, was er machen soll wenn sich sein Kind verletzt oder die eigene Küche (oder vielleicht sogar das Lehrerzimmer?) brennt.

Was ich mit diesem Text eigentlich sagen will:
Wir Feuerwehrmitglieder sollten, auch wenn es nicht immer einfach ist, alle Möglichkeiten ausschöpfen um unseren Mitmenschen zu helfen. Auch wenn sehr oft die Anerkennung dafür (siehe meinem Text) nur mangelhaft oder gar nicht vorhanden ist! Ich erlebte so eine Reaktion zum Glück nur einmal. Ein paar Tage später kam dann sogar der Direktor zu mir und entschuldigte sich für das Verhalten der Lehrkraft. Ich schenkte beiden einen Leistungsbericht meiner Feuerwehr....damit sie über unsere Arbeit etwas zum Nachlesen und Nachdenken hatten.

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